Speicherkraftwerke

Speicherkraftwerke

Insgesamt fünf Speicherkraftwerke betreibt die evn naturkraft an der Erlauf und am Kamp. Als positiver Nebeneffekt entstanden an den Stauseen idyllische Naturlandschaften.

Wienerbruck und Erlaufboden

Das Speicherkraftwerk Wienerbruck kann als Urzelle der heutigen EVN bezeichnet werden. Es wurde zwischen 1908 und 1911 gebaut, um die Mariazellerbahn, eine der ersten elektrifizierten Bahnen Österreich-Ungarns, mit Strom zu versorgen.
 
Wienerbruck liegt am Übergang von den Ötschergräben in die Hinteren Tormäuer direkt bei der Mündung der Lassing in die Erlauf – eine wildromantische Landschaft. Zwei Stauseen speisen das Wasserkraftwerk: Wienerbruck und Erlaufklause.
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Durchschnittlich fließen 33 Millionen Kubikmeter Wasser pro Jahr zu. Das Stauseewasser fließt über zwei Druckstollen und die Druckrohrleitungen mit einer Gesamtlänge von rund 1,7 bzw. 2,5 Kilotmeter Länge zu den vier Maschinensätzen im Krafthaus Wienerbruck. Das Wasser überwindet dabei eine Fallhöhe von 165 Meter. Die drei Pelton- und eine Francis-Turbine erbringen eine Leistung von insgesamt 7.800 kW. Damit liefert das Speicherkraftwerk Wienerbruck umweltfreundlichen Ökostrom für rund 7.000 Haushalte in der Region. Anlässlich der Niederösterreichischen Landesausstellung 2015 „ÖTSCHER:REICH Die Alpen und wir“ wurde das Kraftwerk Wienerbruck in ein aktives Schaukraftwerk umgewandelt.

 
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Das etwas kleinere Kraftwerk Erlaufboden liegt weiter nördlich in der Nähe des Orts Gösing an der Mariazellerbahn. Drei Francis-Turbinen mit einer Leistung von 3.400 kW sind hier installiert. Damit liefert das Kraftwerk Naturstrom für rund 4.000 Haushalte.




Kraftwerkskette am Kamp

Seit 60 Jahren prägt die Kraftwerkskette der EVN am Kamp mitten im Waldviertel ihre Umgebung. Das oberste ist das Kraftwerk Ottenstein, das direkt am Fuß einer 69 Meter hohen Gewölbesperre liegt. 4 Francis-Turbinen mit einer Leistung von je 12 Megawatt erzeugen Naturstrom für ca. 20.000 Haushalte. Je nach Stauhöhe werden dafür pro Sekunde 84 bis 100 Kubikmeter Wasser benötigt, die weiter in den unmittelbar anschließenden Speicher Dobra abgeleitet werden.
 
Das Kraftwerk Ottenstein ist ein Pumpspeicherkraftwerk: Wird mehr Strom erzeugt, als gerade benötigt wird, kann dieser dazu genutzt werden, abgearbeitetes Wasser wieder zurück in den Stausee zu pumpen. So steht immer ausreichend Wasser zur Verfügung, wenn zu Spitzenzeiten mehr Strom produziert werden soll.
 
KW-Ottenstein-02_300x188.jpgNoch eine Besonderheit zeichnet das Kraftwerk Ottenstein aus: Im Fall eines totalen Black-Outs kann über diese Anlage das Stromnetz wiederaufgebaut werden. Ottenstein kann nämlich ohne äußere Stromversorgung gestartet werden: Das Wasser aus dem Staubecken bringt die Turbinen zum Laufen; der so erzeugte Strom wird über einen Anschluss an die 100 kV-Stromleitung direkt ins Netz gespeist. Die sogenannte „Schwarzstart-Fähigkeit“ ist bei einem weitreichenden Netzausfall, z.B. durch Naturkatastrophen, eine wesentliche Voraussetzung für den Wiederaufbau der öffentlichen Versorgung.
 
Tipp: Unser Kraftwerk-Führungsteam bietet ganzjährig Führungen an. 

Kamp-abwärts liegen zwei weitere Staustufen und zwar
  • die Staustufe Dobra-Krumau mit drei Francis-Turbinen und 16.200 kW und
  • die Staustufe Thurnberg-Wegscheid mit zwei Kaplan-Turbinen und 2.700 kW. 

Bis heute ist die Kamp-Kraftwerkskette die leistungsstärkste Wasserkraftanlage der EVN. Rund 100 Mio. kWh umweltfreundlichen Wasserkraft-Strom liefern die Kraftwerke im Jahr – genug für 30.000 Haushalte. 

Im Lauf der Jahrzehnte haben sich außerdem die drei Kampstauseen, allen voran der Stausee Ottenstein, zu einem Naturparadies entwickelt, das nicht nur in den Sommermonaten viele Besucher anlockt. Mehr dazu finden Sie hier